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Waldbronner Wald ist in guten Händen

von CDU Fraktion

2023 war für den Wald ein günstiges Jahr, berichteten Martin Moosmayer, Leiter des Forstamts im Landratsamt Karlsruhe, sowie Revierförster Josef Mayer dem Gemeinderat über das Forstwirtschaftsjahr 2023 und die Planungen für 2024. Sie übermittelten gleichzeitig das Ergebnis der Forstdirektion Freiburg aus einer Zwischenrevision für den Fünf-Jahres-Zeitraum von 2018 bis 2022.

Vor allem nach dem trockenen Jahrhundertsommer 2022 leidet der Wald am Klimawandel und die Folgeschäden seien unverkennbar. Trotzdem war in Waldbronn die Schadholznutzung mit 34 % planmäßig und im Vergleich mit der Situation im Landkreis Karlsruhe von 70 % überdurchschnittlich. Der Nachhaltigkeitshiebsatz von 2.100 Festmetern konnte ausgenutzt werden. Der Holzmarkt war für das Laubholz und den Brennstoffmarkt sehr günstig. Die Stämme der Altbäume konnten zum guten Preis vermarktet werden. Erfreulicherweise konnte in Waldbronn auch die große Nachfrage nach Brennholz bedient werden. Als guten Effekt dabei bringt u. a. das Brennholz ein Plus von 50 T€ für den Gemeindehaushalt. Revierförster Mayer, der sich auf den Ruhestand im kommenden Jahr freut, sieht im Ergebnis 2023 viele Einmaleffekte. Im Haushalt 2024 kalkuliere man ein Minus von 29 T€. Die Unsicherheiten seien groß. Deshalb plane man auf der Einnahmenseite vorsichtig. Der Klimawandel werde weitergehen, damit müsse man rechnen. Allerdings habe Waldbronn aufgrund des Sturms Lothar in großen Teilen einen jungen Wald, der die Folgen des Klimawandels besser wegsteckt als die alten Bäume. Fast 50 % des 350 Hektar großen Gemeindewaldes seien unter 40 Jahre alte Bäume. 180-jährige 40 m hohe Buchen werde es künftig nicht mehr geben, warnte der Förster, der für diese Baumart ein Alter von 120 Jahren und 10 m Höhe voraussagt. Durch die Jungbestandspflege und gezielte Mischungsanteile in den Pflanzungen klimaresistenter Baumarten wird die gute Entwicklung des Gemeindewaldes Waldbronn gesichert. In der neuen Saison 2024 gehe man davon aus, dass die Nachfrage nach Brennholz bedient werden könne. Der Laubholzmarkt sei zunächst gut gelaufen. Aber die Rezession der Gesamtwirtschaft beeinflusse auch die holzverarbeitende Industrie. Alle Kunden seien inzwischen in Kurzarbeit und erste große Werke geschlossen worden. Somit bestehe nicht nur ein Preis-, sondern auch ein Absatzproblem für Nadelholz, so dass die Devise gelte, dass Nadelholhiebe aufgeschoben werden.

Die gute Bilanz der Forstwirtschaft zeigt, dass unser Wald in guten Händen ist und fachlich fundiert mit viel Engagement bewirtschaftet wird. Dafür gilt unser Dank den Verantwortlichen, vor allem dem örtlich zuständigen Revierförster Josef Mayer, der bei der Waldbegehung im Sommer 2024 offiziell verabschiedet werden soll. Sein Nachfolger wird Revierleiter Stolz sein.

Den Bericht über die Waldwirtschaft nahm die CDU-Fraktion zum Anlass, die Fachleute zu befragen, wie sie über die Nutzung eines Waldbereiches als Friedwald oder Ruhewald denken. Damit in Waldbronn eine solche Nutzung für Bestattungen ermöglicht wird, hatte unsere Fraktion bei der nichtöffentlichen Sitzung Anfang November einen Antrag an die Gemeindeverwaltung eingereicht. Forstdirektor Moosmayer ließ wissen, dass es vermehrt Interesse an Beisetzungen im Fried- oder Ruhewald gebe. Die Entscheidung darüber obliege als Waldbesitzer der Gemeinde.

CDU- Gemeinderatsfraktion
Alexander Kraft, Hildegard Schottmüller, Joachim Lauterbach, Dr. Jürgen Kußmann, Joachim Anderer